Bergische Morgenpost
Dampfplauderei mit Niveau
Als Messdiener sammelte Christian Pape erste Bühnenerfahrungen, derlei frühe Erfolge motivierten den Rheinländer offenkundig, sein Glück als Spaßmacher zu versuchen. Und daran tat er gut, wie die Zuschauer im Rotationstheater erleben konnten.
Als Mischlingskind – Mutter Rheinländerin, Vater Westfale – fühlt er sich wie ein Schäferhund-Dackel-Mix und sitzt quasi zwischen den Stühlen ungebremster Fröhlichkeit und wortkarger Spaßbremse. Als Bürger von Wegberg-Beeck hat er sich aber auf die Seite des Frohsinns geschlagen und parliert im Turbotempo über Teestuben-Erlebnisse in der Jugend, die parlamentarische Demokratie im heimatlichen Schützenverein und Grundschullehrer mit viel Zeit. Überdies schwelgt er in Reminiszenzen auf die gute alte Zeit, als sich Metzger und Schwein noch persönlich kannten und nur gute Butter in den Kuchen kam.
Außerdem vermag der Dampfplauderer auch noch hervorragend zu singen und beherrscht das Zusammenspiel mit seinem Bühnenpartner, dem stoisch dreinblickenden Piano-Mann Dr. Stefan Bimmermann genauso perfekt wie das amüsante Gespräch mit dem Publikum. Dass Pape dabei auch noch bibelfest ist und alttestamentliche Geschichten witzig, aber nie despektierlich in die Moderne überführt, zeigt sein Niveau.
Sein Vortrag ist frisch und seine Erscheinung sympathisch. Immer wieder streut die eloquente Frohnatur Lokalkolorit in ihre Geschichten. Bemerkenswert auch Papes Textsicherheit, die für eine Vorpremiere nicht selbstverständlich ist und die man selbst von den ganz großen Stars in so einem frühen Stadium nicht immer erlebt. Auch das macht einen Profi aus.
Aachener Zeitung
Kein Platz für Schwiegermütter auf der Arche
Einen Angriff auf die Lachmuskeln startete Christian Pape im Talbahnhof. Er hatte sein neues Programm „Nur der Liebe zählt“ im Gepäck. Der Weg führte ihn zur Vorpremiere in die Indestadt. Christian Pape freute sich in Eschweiler zu sein. Denn die Stadt ist etwas besonderes. „Man sagt ja nicht umsonst: Eschweiler – äh, die Stadt der Liebe“ ...
Damit ist er mitten im Thema. „Wenn man nett zueinander ist, kommt man im Leben weiter“, ist Christian Pape überzeugt. Nächstenliebe und sein Verständnis davon bilden die Grundlage für ein rasantes Programm. Und so ging es dann rund. Die Familie war immer wieder Dreh- und Angelpunkt seiner Anekdoten, die so urkomisch vermittelt wurden, dass das Publikum sich vor Lachen die Bäuche hielt.
Seine Eltern („mein Vater ist Westfale, meine Mutter Rheinländerin“) ließen ihn die Mentalitätsunterschiede dieser zwei Menschenschlage diskutieren.
Sein Team ist ebenfalls wie eine Familie. So auch Stefan Bimmermann, an diesem Abend für die musikalische Untermalung zuständig, „der extra den Kniffelabend mit seinen Eltern abgesagt hat, um in Eschweiler dabei zu sein“.
Auch Tiere gehören zur Familie Pape. So erzählt Christian, wie erstaunt seine Tochter war, dass Ponys bellen können. Die Menschen allgemein sind Tieren gegenüber anders eingestellt als früher. Autofahrer bremsen zum Beispiel. Wenn auch in letzter Minute. So kam der Igel übrigens zur Familie Pape und der Motorradfahrer hinter dem Auto ins Krankenhaus.
Auch gesunde Nahrung war eins von Christian Papes Themen. Currywurst mit Pommes und doppelt Majo auf den Schützenfesten und „die Kehrseite der Medaille zwei Stunden später“. Die Tücken dieses Gerichts zum Frühstück trieben den Zuhörern die Lachtränen in die Augen.
Über die Gründe, warum der Pastor 1983 sauer auf ihn war und die Glumpftröter ausgestorben sind, über die Arche Noah und warum auf dieser nur Noah, seine Frau, seine drei Söhne mit Frauen, nicht aber die Schwiegermütter der Söhne waren, hielt Pape das Tempo hoch. Und das Publikum kam aus dem Lachen nicht mehr heraus. “Man macht schon Sachen, damit die Leute klatschen“, resümiert Christian Pape das große Finale. Bewaffnet mit Hut, Sonnenbrille und einem weißen Handschuh, gemeinsam mit Dr. Stefan Bimmermann, der eine Atemmaske trug, performte Christian Pape Michael Jackson auf der Bühne, so wie er es kurze Zeit zuvor im Altenheim gemacht hat, wo er kurzfristig aushelfen sollte. Seine Mühe wurde belohnt. Sein Publikum war hellauf begeistert und dankte es dem Künstler mit riesigem Beifall, in dem das Lachen noch nachklang.
Remscheider General-Anzeiger
„Nur der Liebe zählt“ – nicht nur auf der Kirmes
Schief gewickelt ist er nicht mehr: Seine Tochter Amelie ist im Kindergarten.
In seinem brandneuen Programm „Nur der Liebe zählt“ plaudert Christian Pape charmant wie frech aus seinem Leben. Von der Teestube aus den 80er Jahren bis zur Kirmes, rutschte Pape unbemerkt von einem Thema ins andere. Reich bebildert schildert er die parlamentarische Monarchie des Schützenvereins und setzt gekonnt ironische Spitzen ein. Schnell kam Pape mit dem Publikum ins Gespräch, ließ sich etwa von Zuschauerin „Christel“ an die Stirn fassen: „Hab ich Fieber?“ Sein Auftritt ist intelligent, sprachgewandt mit einer gehörigen Portion Ironie. Und am Ende zählte doch die Liebe, die Pape gekonnt mit seinen pointierten Liedvorträgen besiegelte.
Rheinische Post
Pape: nicht immer lieb, aber gut
Christian Pape ist ein Mensch mit einem ausgeprägten Sinn für Geschichte – auch für die eigene. Folglich lag es für ihn nahe, die Vorpremiere seines brandneuen Programms an der Stätte zu spielen, wo er am 1. März 2008 schon sein sehr erfolgreiches Erstlingswerk „Schief gewickelt“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert hatte, in Wegberg-Merbeck. Wie vor zweieinhalb Jahren war die Veranstaltung wieder mit über 200 Zuschauern ausverkauft, und wie damals brauchten die Besucher auch diesmal ihr Kommen nicht zu bereuen – im Gegenteil: Vom ersten Moment an riss der „Beecker Jung“ richtig mit, sorgte im Zuschauerraum für anhaltende Begeisterung.
Und wie es sich gehört, erklärte er direkt zu Beginn den Programmtitel, der eben keinen Grammatikfehler enthält: „Wenn man nett ist, kommt man weiter im Leben.“
Sehr vergnüglich sind die Schilderungen seiner Zeit als Messdiener samt Drama mit dem Weihrauchfass. Und da katholische Kirche und Schützenwesen eng zusammengehören, beschäftigt sich der 37jährige auch damit. „Schützenkirmes ist ein Jakobsweg für die Sinne“, fasst er seine Erläuterungen spitzbübisch zusammen. Eine Erkenntnis von einiger Selbstironie – Pape ist im realen Leben Mitglied der Beecker Schützenbruderschaft
Ebenfalls sehr real ist Papes Gesangstalent, und das demonstriert er mit witzigen Songs wie dem Igel-Karl- oder dem Arche-Noah-Lied. Dabei lässt er das Publikum auch mal allein singen – und das tut dieses ebenso bereitwillig wie begeistert. Überhaupt sucht Pape immer wieder den Kontakt zu seinen Zuhörern, beweist dabei Witz und Schlagfertigkeit. Und als im Zuschauerraum eine Flasche mit lautem Getöse umfällt, kann er auch daraus noch einen Gag machen: „Da ist wohl jemandem die Kontaktlinse rausgefallen.“
Aachener Zeitung
In Papes Programm ist Musik
Weil seiner Ansicht nach „nur der Liebe zählt“, hat Christian Pape die Nächstenliebe Mensch und Tier gegenüber personifiziert. Viel Spaß hatten die Zuhörer, die bei Papes gleichnamigem Programm im „schönsten Kleinkunsttheater in ganz Jülich“ immer wieder in seine witzigen und pointensicheren Geschichten integriert wurden.
Pape, der in Wegberg-Beeck zu Hause ist, mit Silvia verheiratet und eine fünfjährige Tochter namens Amelie hat, startete „seine Showkarriere als Messdiener“. So geht es in seinen gestenreichen Ausführungen ums beschauliche Leben in der dortigen Pfarrgemeinde, wo die „Kirmes der Jakobsweg für die Sinne ist“.
Papes vermeintlich treu-doofer Assistent Dr. Stefan Bimmermann, der volle zwei Stunden in versteinerter Mimik durchhält, entpuppt sich als klasse Keyboarder, dessen „fetzige Kirchenmusik“ zum schwungvollen Pop avanciert. Papes irrwitzige Beobachtungen gelangen vor allem durch ihre gelungene musikalische Umsetzung zur Geltung: So dankt er etwa der Frittenfrau auf der Kirmes mit „Currywurst zum Frühstück“ mit Texten aus eigener Feder zur Melodie von „Himbeereis zum Frühstück“.
Papes Familie hat einen festen Platz in seiner Show. Ferner geht es um früher, wo Oma alles, „was schmeckt“, mit Unmengen Zucker oder Maggi würzte, oder um die Teestube als coolen Jugendtreff, wo es „alles außer Tee gab“.
Ein Junggesellenabschied in Besinnungslosigkeit strapaziert die Lachmuskeln und verdeutlicht, wie „gute Vorsätze den Bach runtergehen“.
Höhepunkt ist zweifelsohne kurz vor Ende die actionreiche Imitation einer Michael-Jackson-Show samt Stefan (mit Mundschutz) als Tanzpartner. „Irgendwo auf der Welt gibt´s ein kleines bisschen Glück“, mit dem anrührenden Lied von Werner Richard Heymann als Zugabe verabschiedete sich der Newcomer.